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Web schlägt Gott in Weiß

07.07.2010 - 14:06

Das Internet und Soziale Medien sind bereits heute das Leitmedium, wenn es um Kommunikation und Information zu Gesundheitsthemen geht. Für die meisten Nutzer steht dabei das Sammeln von Information im Vordergrund – nur rund ein Drittel tauscht sich aktiv zu Gesundheitsthemen aus. Das höchste Vertrauen genießen Internet-Angebote von Ärzten – am wenigsten wird den Websites der Pharmaindustrie vertraut. Dies geht aus der MSL-Gesundheitsstudie hervor, die heute in Frankfurt von der Agenturgruppe MSL und dem Markt- und Meinungsforschungsinstitut SKOPOS vorgestellt worden ist. Die auf einer repräsentativen Befragung basierende Studie zeigt, wie sich Deutschland über Gesundheit informiert und liefert Erkenntnisse über das, was Patienten bewegt, was sie sich wünschen und was sie bei Informationsangeboten vermissen.

Wichtigster Informationskanal zum Thema Gesundheit ist über alle Altersgruppen und Bildungsschichten hinweg bei Frauen wie Männern das Internet: 79 Prozent der Befragten gaben an, sich online zu Gesundheitsfragen zu informieren. Mit deutlichem Abstand folgen Printmedien (62 Prozent) und das Fernsehen (61 Prozent), die noch vor Ärzten (59 Prozent), Freunden  (57 Prozent) und Apothekern (47 Prozent) wichtige Informationsquellen zu Gesundheitsfragen sind.

Für die überwiegende Mehrheit der Befragten stehen Fakten im Vordergrund: 93 Prozent surfen, um Daten zu Krankheiten zu recherchieren, 86 Prozent, um Informationen zu Medikamenten zu erhalten. Rund ein Drittel der Nutzer bringt sich aktiv ein: 34 Prozent nutzen das Internet zum Austausch mit anderen Betroffenen zu Gesundheitsfragen.

Konsequenzen für die Gesundheitsbranche: Schnellere, komplexere Kommunikation

Die Ergebnisse machen deutlich, welches Potenzial in der digitalen Kommunikation und vor allem im Social Web für die Gesundheitskommunikation nach wie vor steckt. „Um eine aktive Rolle im virtuellen Wartezimmer zu spielen, muss die Gesundheitsbranche auf die neuen Chancen im Netz reagieren. Kommunikation muss schneller, komplexer und in der Verbraucherkommunikation inhaltlich anspruchsvoller werden“ sagt Wigan Salazar, CEO der MSLGermany.

Aktuell, fundiert, vielfältig, übersichtlich und unabhängig, so wünschen sich die Befragten Internetangebote, wenn es um Gesundheit geht. Das höchste Vertrauen besitzen dabei Websites von Ärzten (58 Prozent), Krankenkassen (57 Prozent) und Gesundheitsportalen (57 Prozent). Am wenigsten vertrauen Deutschlands Internet-Nutzer Angeboten von Pharma-Unternehmen (27 Prozent) sowie Gesundheitsblogs (30 Prozent) und Foren (40 Prozent).

MS&L: Heilmittelwerbegesetz muss an Entwicklung des Webs angepasst werden

Als möglichen Stolperstein für die Entwicklung der Social Media-Kommunikation im Gesundheitswesen sieht MSL-CEO Salazar die rechtlichen Rahmenbedingungen: „Das Heilmittelwerbegesetz, an die sich gerade Hersteller von Medikamenten halten müssen, ist für eine Welt ohne Internet konzipiert. Patienten können sich weltweit informieren – aber Unternehmen können dem Diskussions- und Informationsbedarf oft nicht gerecht werden. Hier ist die Politik gefordert, den rechtlichen Rahmen an die digitale Welt anzupassen.“