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Das virtuelle Wartezimmer: vor dem Arzttermin ins Internet

12.07.2011 - 09:24

MSL Germany und SKOPOS: Studie zum Informationsverhalten beim Thema Gesundheit – Trend „patient-generated content“ – Foren wichtiger als Facebook

Die deutschen Ärzte haben ihr Informationsmonopol verloren. Zwar vertrauen die Patienten ihrem Arzt, doch vor und nach der Sprechstunde holen sie sich weitere Informationen aus dem Netz. Damit festigt das Internet seine Rolle als wichtigster Kanal für die Gesundheitskommunikation: 41 Prozent der Deutschen befragen das Internet vor einem Arztbesuch, immerhin 31 Prozent nach einem Termin. Dabei informieren sich gesetzlich Versicherte (57 Prozent) eher als privat Versicherte (46 Prozent) aktiv im Netz über Gesundheitsthemen. Dies geht aus der repräsentativen Gesundheitsstudie der Kommunikationsagentur MSL Germany und des Marktforschungsinstituts SKOPOS hervor, die in Frankfurt am Main vorgestellt wurde.

Die Rolle der sozialen Medien, die jederzeit einen unmittelbaren Austausch zwischen Patienten, Angehörigen und Ärzten ermöglichen, spielte bei der MSL-Gesundheitsstudie 2011 eine besondere Rolle. Es wird ersichtlich, dass Foren eine deutlich wichtigere Rolle als soziale Netzwerke wie Facebook oder Microblogging-Dienste wie Twitter spielen. Während sich fast jeder Zweite vorstellen kann, in Foren zu posten, ist nur eine Minderheit geneigt, etwa einer Gruppe zu einer medizinischen Indikation auf Facebook beizutreten. Insgesamt spielen soziale Medien aber eine zunehmend wichtigere Rolle in der Gesundheitskommunikation. Das Internet wird damit vom reinen Informationsgeber zu einem aktiven Begleiter der Diagnose und während der Therapie.

„Neues aus dem virtuellen Wartezimmer“
Die wichtigsten Ergebnisse der MSL-Gesundheitsstudie 2011:


- „patient-generated content“: Potenzial bleibt weitgehend ungenutzt
- Das Gesundheitsnetz ist weiblich, die Tools sind bislang aber männlich
- Das Internet wird zum Gesundheitsberater
- Das Internet macht gesund: Therapien können besser begleitet werden
- Anonyme Foren sind wichtiger als Facebook oder Twitter
- Ärzte und Apotheker müssen sich stärker digitalisieren

Stefanie Dölz, Senior Consultant bei MSL Germany: „Die Ergebnisse der MSL-Gesundheitsstudie 2011 zeigen, dass das Internet mehr und mehr zum Gesundheitsberater und zum Begleitinstrument bei Therapien wird. Die Studie macht auch deutlich, dass sämtliche Player im Gesundheitswesen deutlich aufholen müssen, um sich dem Informationsverhalten der Patienten anzupassen. So nutzen Ärzte sehr selten über ihre Praxiswebsite hinaus die Möglichkeiten der digitalen Kommunikation.“

Internetkommunikation besonders wichtig für chronisch Kranke

Vor allem für chronisch kranke Menschen, für die Krankheit in vielen Fällen ein täglicher Begleiter ist, eröffnen sich vielfältige neue Kommunikationsmöglichkeiten. Dies gilt im direkten Kontakt zu Ärzten oder Krankenhäusern oder auch zu anderen Patienten. Nicht umsonst werden Internetforen zu Gesundheitsthemen oder auch die Möglichkeit mit der eigenen Arztpraxis per E-Mail in Kontakt zu treten von den meisten chronisch Kranken begrüßt.

Folgen wird die Digitalsierung der Gesundheitskommunikation aber auch auf volkswirtschaftlicher Ebene haben. Eine Mehrheit der Befragten glaubt, dass Gesundheitsinformationen aus dem Netz dazu beitragen, dass die Menschen selbst mehr für ihre Gesundheit tun, dass sie gesünder leben und Erkrankungen vorbeugen und so das Gesundheitssystem insgesamt entlasten werden. Außerdem gehen 40 Prozent der Befragten davon aus, dass informierte Patienten eher bereit sind, Geld in Therapien und Medikamente zu investieren.

„Das Internet ist Gesundheitsmedium Nr. 1, doch fast alle Akteure im Gesundheitswesen haben Defizite in Sachen Internet und Social Media“, sagt Wigan Salazar, CEO der MSLGROUP Germany. „Die Potenziale von patient-generated content – also von Betroffenen eingestellte Inhalte – bleiben zum Beispiel weitgehend ungenutzt. Dabei könnten Pharmaunternehmen, Ärzte oder Krankenhäuser die Aktivitäten der Patienten nutzen, um in eine konstruktive Diskussion über die Gesundheitsversorgung der Zukunft einzusteigen.“

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MSL Germany und SKOPOS haben 2010 die Studie „Der Blick ins virtuelle Wartezimmer“ durchgeführt, in deren Mittelpunkt eine Typologie der Internetnutzung zum Thema Gesundheit stand. Darauf aufbauend wurde 2011 die Studie „Neues aus dem virtuellen Wartezimmer“ konzipiert, die den Blick vor allem auf die Perspektiven der digitalen Gesundheitskommunikation richtet. Die MSL-Gesundheitsstudien finden Sie im Internet unter www.virtuelles-wartezimmer.de

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MSL gehört zu den weltweit fünf größten Unternehmen für Public Relations, Corporate Communications und Social Media Relations. Mehr als 2.900 Mitarbeiter in 92 Büros rund um den Globus beraten Unternehmen und Institutionen unterschiedlichster Branchen. MSL ist die PR-Sparte der Publicis Groupe S.A, dem drittgrößten globalen Kommunikationsdienstleister. MSL Germany gehört mit über 25 Jahren Erfahrung in der Healthcare-Kommunikation zu den führenden PR-Agenturen in diesem Feld in Deutschland.

SKOPOS ist ein international tätiges Marktforschungsinstitut mit Büros in England und Deutschland. Als Full-Service-Institut ist SKOPOS kompetenter Partner von Entscheidungsträgern in den Bereichen Automobilindustrie, Pharma, Telekommunikation, Dienstleistungen/Finanzdienstleistungen und Handel/Konsumgüterherstellern.

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